Die Erinnerung des Volkes ist in den Archiven bewahrt

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Das Archiv des Präsidenten der Republik Kasachstan (APRK) hat eine elektronische Version der Sammlung der II. internationalen wissenschaftspraktischen Konferenz „Das Archivwesen im gegenwärtigen Stadium: Probleme, Praktiken, Innovationen“ veröffentlicht, welche im Herbst 2019 stattfand und dem 25. Jubiläum des APRK gewidmet war. Die Sammlung enthält zahlreiche Vorträge zur Entwicklungsgeschichte und den modernen Tendenzen des Archivwesens in Kasachstan und im Ausland, zu den Problemen der Digitalisierung und der Informatisierung staatlicher Archivinstitutionen usw.

Unter anderem wurde ein Vortrag von S. Koller, einem Mitarbeiter des Instituts für Nationales Gedenken (Warschau, Polen) über die einzigartige Erfahrung des Archivs dieses Instituts in der Bewahrung und der Kontinuität des Nationalen Gedächtnisses vorgelegt. Es ist bemerkenswert, dass das Archiv auch wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Zum Beispiel werden solche Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche durchgeführt, wie „Haltestelle „Geschichte“, „Geschichtspakete“, Fußball- und Geschichtsturniere, historische Geschichtsworkshops, patriotische Märsche usw. Die „Geschichtspakete“ bestehen aus Büchern mit historischer Thematik, Brettspielen und Souvenirs mit einer gewissen Symbolik (Magnete, Flaggen usw.). „Haltestelle „Geschichte“ ist eine historische Stadtrundfahrt für Kinder unterschiedlichen Alters.

Daneben kann man in dieser Sammlung etwas über die Vorträge der Mitglieder der wissenschaftlichen Expertengesellschaft zur Geschichte und Kultur der Gesellschaftlichen Stiftung der Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ (GS VDK „Wiedergeburt“) erfahren. M. A. Alekseenko aus Kustanaj beleuchtet in seinem Vortrag die „Fragen und Aussagekraft der Dokumente aus der postsowjetischen Zeit des KGU „Staatliches Archiv des Gebietes Kostanaj“, die Gemeinschaftsarbeit von T. P. Wolkowa und E. W. Tschilikowa (Almaty) streift das Thema „Repräsentation des Lebens und der Tätigkeit von Zwangsmigranten in Kasachstan in Fotodokumenten (1940er-1950er Jahre)“. In dem Vortrag von Ju. I. Podoprigor (Almaty) geht es um folgende Fragestellung – „Die ethnokulturelle Vereinigung der Deutschen Kasachstans, Archive und Museen: die Facetten der Zusammenarbeit“.

In welchen Bereichen können heute die Archive der Republik Kasachstan und die Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ zusammenarbeiten?

Die kommende Epoche ist die Epoche der Digitalisierung und der rasanten Entwicklung der Informationstechnologien, sie stellt die traditionellen Zugangswege zu Forschung und Wissen in Frage. Die ethnokulturellen Vereinigungen, darunter auch die Gesellschaftliche Stiftung „Wiedergeburt“ , können sich dieser Fragestellung nicht entziehen, da die Kultur-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu ihren Hauptaktivitäten gehören. In letzter Zeit realisiert die GS „Wiedergeburt“, um die Aufmerksamkeit der kasachstanischen Deutschen in verschiedenen Altersstufen, vor allem des jungen Publikums, zu erregen, verschiedene Projekte im Zusammenhang mit der Digitalisierung des historischen und kulturellen Erbe der Deutschen Kasachstans. Darunter ist das Museum der Deutschen Kasachstans, dessen Sammlung zahlreiche Fotos von Möbeln, Haushaltsgegenständen, Wanddekorationen, dekorativen Einrichtungsgegenständen, Kleiderkollektionen und Hochzeitsschmuck, Musikinstrumente, Gegenstände für die Kinderbetreuung, religiöse Gegenstände und Hochzeitsgegenstände präsentiert. Die Sammlung ist auf der Seite www.wiedergeburt.asia zu finden. Die Aktualisierung und Modernisierung sowohl der Sammlung als auch der Homepage ist in naher Zukunft geplant. Unter anderem ist auch die Erstellung der Rubrik „Archiv“ geplant, um gezielt Foto-, Video- und Audiodokumente zur Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans zu sammeln.

Darüber hinaus wird das Forschungsprojekt „Einheitliche historische Datenbank der Deutschen der Republik Kasachstan“ – „Elektronisches Buch der Erinnerung an die Deutschen Kasachstans“ entwickelt. Es wird angenommen, dass mit Hilfe dieses Projektes Archivmaterialien zur Schicksalsgeschichte der Deutschen, Sondersiedler, Verfolgten und in den Jahren 1930 – 1940 nach Kasachstan Deportierten erstmals in einem elektronischen/ virtuellen Fundus zusammengefasst und systematisiert werden. So können deren Nachkommen, die heute in unterschiedlichen Ländern leben, mehr über Schicksal ihrer Familie und deren Geschichte erfahren, dieses Wissen bewahren und an ihre Kinder und Enkel weitergeben.

In den oben genannten Projekten besteht die bedeutende Rolle in der Zusammenarbeit der GS „Wiedergeburt“ mit den Archivinstitutionen der Republik Kasachstan in der Förderung der Bereitstellung des Zugangs von Forschungsgruppen zu den Archiven, in der Ausübung qualifizierter Unterstützung für die vorhandenen Kollektionen und Sammlungen, der Bereitstellung von Informationen über deren aktuellen Zustand und Inhalt sowie im Austausch über die Erfahrungen in der Digitalisierung und der Präsentation historischer Quellen. In diesem Fall ist die Zusammenarbeit ein für beide Seiten vorteilhafter Prozess, da die GS „Wiedergeburt“ plant, nicht nur Archivmaterial zu digitalisieren, sondern auch verschiedene Arten von Dokumentationsquellen aktiv zu veröffentlichen, um die Aufmerksamkeit eines vielschichtigen Publikums, vor allem der Jugend, auf sich zu ziehen. Und bei einem Projekt wie der Schaffung des Archivs der GS „Wiedergeburt“ und seiner Übertragung zur Verwahrung an die Archivinstitutionen der Republik Kasachstan ist eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit noch offensichtlicher. Dies wird das Spektrum der Quellen zur Geschichte der Deutschen Kasachstans und zur Geschichte der ethnokulturellen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans erweitern. Im Gegenzug werden sowohl republikanische als auch regionale Gesellschaften ihre Unterlagen der Vergangenheit sortieren, digitalisieren und den zentralen und regionalen Archiven der Republik Kasachstan zur Aufbewahrung übergeben. Die Dokumente über die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen in ihrer dreißigjährigen Geschichte werden einem breiten Kreis von Forschern zur Verfügung stehen und nicht spurlos in Kellern und Abstellkammern verloren gehen.

Podoprigora Ju. I.Aspirantin der Geschichtswissenschaften,Mitglied des Wissenschafts- und Expertenrates für Geschichte und Kultur der Gesellschaftlichen Stiftung der Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“

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