In der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej fanden die regionalen Tage der deutschen Kultur statt, die dem 30. Jubiläum der Gründung der Gesellschaft gewidmet waren. Drei Tage lang haben die Bewohner der Stadt sowie der nahegelegenen Kreise die Kultur, die Traditionen und die verschiedenen Arten der Aktivitäten der deutschen Ethnie des Gebietes Ostkasachstan kennengelernt.

Der erste Tag war der Vorstellung der Arbeit der Gesellschaft und der deutschen Kultur gewidmet. Das Kollektiv „Wiedergeburt“ begrüßte alle Mitarbeiter und Gäste des Hauses der Freundschaft mit lebhafter Volksmusik und lud sie zu aromatischem Café und kulinarischen Köstlichkeiten ein. Die Mitglieder des Vereins der deutschen Jugend „Glück“ boten eine Führung an und erzählten von der Geschichte der Gründung und den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ in der Stadt Semej. In den Workshops konnten die Gäste die deutsche Umgangssprache üben, lernen, wie am eine Polka tanzt, die Bräche des Pfingstfestes kennenlernen, Tauben, das Symbol dieses Feiertages, als Erinnerung basteln und kulinarische Delikatessen der deutschen Küche probieren.

Auf dem Festival der deutschen Kultur erklangen Lieder auf Deutsch, aufgeführt von der Vokalgruppe „Einheit“. Die Zöglinge des Zentrums für zusätzliche Vorschulbildung „Wunderkind“ führten das Märchen „Das Tierhaus“ auf, mit dem Stück „Guten Morgen“ nahm das Krachorchester teil.Die Tanzgruppe „Einheit“ zeigte den Berliner Walzer.

Der zweite Tag der deutschen Kultur brachte den Teilnehmern interessante Fakten aus dem Leben der russischen Deutschen und die moderne Theaterkunst näher.

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Alle antworteten mit Freude auf die Fragen, die von dem Geschichtslehrer der KGU „SOSch Nr. 35“ Aleksej Radionow vorbereitet wurden. Elena Melzer: „Ich habe schon lange nicht mehr an einem solchen Rätsel teilgenommen, es war sehr aufschlussreich und interessant. Wir haben mit den Jungs und Mädels im Team gearbeitet und uns an lange vergessene Informationen erinnert“.

Das Theaterstück „Koma“ regte die Jugendlichen und auch deren Eltern dazu an, über das Leben moderner Heranwachsender nachzudenken. Dies ist Gemeinschaftsprojekt der Theaterwerkstatt „Die vierte Wand“ und das Jugendtheater „Glück“, die Regisseurin ist Inna Semenenko.

Die Premiere fand in Nur-Sultan auf dem ersten landesweiten Theaterfestival „Theater. Deutsch. Jugend“ statt, welches dem Jahr der Jugend und dem 30. Jubiläum der deutschen Bewegung in Kasachstan gewidmet war. Den Stoff für das Bühnenstück „Koma“ lieferte eine Reihe von Massenmorden, welche in den USA und Deutschland stattfanden. Schmidt und Staudacher schildern die Vorgeschichte der Gewalttaten im schulischen Umfeld und werfen in dem Stück die aktuelle Frage auf: Wie und warum kann so etwas passieren?

Walentina Ineschina, Schauspielerin am russischen dramatischen Dostojewskij-Theater: „Es ist ein gewagtes Theaterstück. Bravo dem Regisseur und den Schauspielern. Das Thema stammt mitten aus dem Leben, professionell gespielt, es regt dazu an, über vieles nachzudenken“.

Der dritte Tag führte die Gäste auf eine echte deutsche Hochzeit. Inna Semenenko, die Leiterin der Theaterwerkstatt, studierte das Material „Hochzeitstraditionen und Bräuche der russischen Deutschen“, welches von der Methodistin Olga Beder erarbeitet wurde, und präsentierte zusammen mit den Jugendlichen alle Besonderheiten einer Hochzeit in einer Theaterproduktion.

Es wurden die Besonderheiten bei der Einladung der Gäste, die Auslöse der Braut, die Trauung, das Hochzeitsmenü, sowie die Feierlichkeiten, die mit Tänzen, Liedern und Rituale für eine starke Verbindung der jungen Leute angefüllt waren, gezeigt.

Wladimir Frez: „Vielen Dank für diese interessante Aufführung. Ich bin in Syktyvkar geboren, und in meiner Kindheit besuchte ich zufällig die Hochzeit eines Onkels. Diese Aufführung holte mich zurück auf dieses lustige, fröhliche Ereignis“.

Am Ende der Veranstaltung stand der runde Tisch: „Die Deutschen Kasachstans: gestern, heute, morgen“.

Aleksandr Konowalow: „Die regionalen Tage der deutschen Kultur waren sehr lehrreich für unsere Mitmenschen. Sie haben mit praktischen Erfahrungen die beständige Struktur der deutschen Gesellschaft bereichert, viel wichtiges für sich selbst haben auch die anderen ethnokulturellen Zentren mitgenommen, die im Haus der Freundschaft angesiedelt sind. Diese drei Tage führten uns in das gute alte Deutschland“.

Gulzhichan Zhumbekowa, die Leiterin des kasachischen ehtnokulturellen Zentrums „Achau-Semej“: „Ich bin seit mehr als einem Jahr mit dem deutschen Kulturzentrum befreundet. Es erfreut ich, dass sie sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Ich versuche, mich mit Lilija Gontscharuk in verschiedenen Fragen zu beraten und nehme immer mit Freude an allen interessanten Veranstaltungen teil“.

An der Veranstaltung nahmen auch Gäste aus der Filiale der Gesellschaft in Borodulinsk teil.

Aleksandra Schpilkina: „Ich freue mich, dass unter den Teilnehmern viele junge Menschen sind, ich wünsche mir, dass sich mit der Zeit in allen ethnokulturellen Zentren diese Tendenz verbreitet. Ich wünsche Ihnen Wohlstand, das Erreichen aller Ziele und unerschöpfliches kreatives Potential“.

Marija Gorbatschjowa

Übersetzung: Philipp Dippl

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