Ein unerwartetes Geschenk für die Schulkinder

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In Atyrau erinnerte man sich an eine deutsche Tradition zu Beginn des Schuljahres. Die Kinder, die die Deutschkurse der Gesellschaft „Wiedergeburt“ besuchen, erhielten eine Schultüte.

Der Beginn des Schuljahres findet in Deutschland in der Regel ohne Blumen statt. Es ist bei den Deutschen nicht üblich, dass die Lehrkräfte Blumensträuße überreicht bekommen.Allerdings gibt es eine andere Tradition: am ersten Schultag bekommen die Kinder eine persönliche Schultüte geschenkt. Sie wurde zum ersten Mal im Jahre 1810 erwähnt, nämlich in Sachsen und in Thüringen. Kurz darauf wurde diese Neuheit von den Bewohnern von Leipzig und Dresden aufgeschnappt.

In diesen Zeiten hat der Taufpate dem Kind die Schultüte geschenkt. Darin waren kleine Schulsachen und Süßigkeiten. Übrigens haben Erwachsene den Kindern die Geschichte erzählt, dass die Schultüte auf einem Baum beim Lehrer wächst, und wenn sie „heranreift“, dann war es für das Kind Zeit, in die Schule zu gehen.

Heute bekommen die Kinder in Deutschland dieses Geschenk von ihren Eltern. Die Schultüte selbst kann man vor Beginn des Schuljahres in fast jedem Geschäft in Deutschland kaufen, aber manchmal werden sie noch im Kindergarten selbst gebastelt.

Verwandte aus Deutschland erzählten der Aktivistin der deutschen Gesellschaft „Wiedergeburt“ Atyrau Anna Grafowa mehr über diese Tradition.Und zusammen mit der Lehrkraft der Kurse hat sie entschieden, die Kinder zu überraschen.

– Ich glaube, dass diese wunderbare Tradition auch bei uns Wurzeln schlagen wird. Zum Tag des Wissens erhielten die Kinder, die in unserer Sprachgruppe Deutsch lernen, eine große, persönliche Schultüte. Und was war darin? Das ist kein Geheimnis: Süßigkeiten und Schreibsachen. Übrigens war alles, was sich in der Schultüte befand, mit den Namen in deutscher Sprache beschriftet, damit man sich die Wörter leichter merken kann, – erzählte Anna.

Die Emotionen, die durch das unerwartete Geschenk ausgelöst wurden, sind einfach unbeschreiblich! Der siebenjährige Ratmir lernt seit Juli in der Sprachgruppe der deutschen Gesellschaft „Wiedergeburt“. Die Mutter des Kindes ist begeistert:

– Irgendwann ist uns sein Interesse an Deutsch aufgefallen. Wir haben entschieden, dass er seine Muttersprache kennen muss. Und wenn er groß wird, wird er an einer Hochschule in Deutschland studieren. Wir denken selbst darüber nach, unsere Kenntnisse zu verbessern – wir üben praktisch jeden Tag zusammen.

Stanislaw Kalentjew ist 11 Jahre alt. Überraschenderweise ist Deutsch für den Jungen einfacher als Englisch. Stas hat deutsche Wurzeln. Vielleicht deshalb. Und auch der Junge hat einen Traum – Deutschland zu besuchen, deshalb möchte er so viel wie möglich über das Land wissen.

– Als sie die Schultüten bekommen haben, war das unerwartet und sehr angenehm. Für ein Kind ist das Wichtigste Aufmerksamkeit. Diese Emotionen bleiben für ein ganzes Leben. Vielen Dank der Gesellschaft „Wiedergeburt“ für diesen Festtag! – freut sich die Mutter des aktiven Mitglieds der Sprachgruppe Julija Kalentjewa.

Konstantin Sergeew

Übersetzung: Philipp Dippl

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