Wir setzen die Serie fort, in der wir berichten, wie unter den Bedingungen der Quarantäne und der Einführung des Notstandes die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen fortgeführt werden. Heute kommentiert Irina Wakengut, Mitglied des Kuratoriums der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ die neue Form der Online-Sozialarbeit.

– Irina Georgiewna, aufgrund der Pandemie und der Einführung der Quarantäne in einer Reihe von Städten in Kasachstan traten in der Projektarbeit der Selbstorganisation der Deutschen wesentliche Änderungen ein, einige Projekte gingen Online. Wie werden die Vorhaben Online realisiert und worauf ist zu achten?

– Die Quarantäne stellte die Koordiantoren der „Wiedergeburt“ vor eine neue Herausforderung – die Kommunikation mit den Empfängern der Sozialleistungen vor dem Hintergrund der restriktiven Maßnahmen aufrechtzuerhalten.

Jährliche thematische Seminare und Trainings ermöglichten es, ein professionelles und gut vorbereitetes Netzwerk an Mitarbeitern aufzubauen, aber die Online-Arbeit aus der Ferne erfordert nicht nur gute Computerkenntnisse, sondern auch bestimmte Kenntnisse in der Theorie. Und es zeigte sich, dass die „Distanz“ sehr zeitaufwändig ist. Zum Beispiel nahm das Projekt „Gesundheitsschule“, welches eine genaue Stundenfolge aufweist, benötigte im Online-Modus wesentlich mehr Zeit in Anspruch: mit den Teilnehmern den Kontakt aufstellen, die Kurse durchführen, Hausaufgaben verteilen, Feedback zu erhalten und Bewertungsvideos erstellen. Trotzdem ist vieles davon gelungen.

Auch erhielt die Freiwilligenarbeit einen neuen Impuls, den wir noch nicht genau analysiert und alle Helden dessen benannt haben.

– Die Sozialarbeit war schon immer ein Aushängeschild der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans. Ist dieses Potential Ihrer Meinung nach ausreichend entwickelt und welche Perspektiven sehen Sie im Kuratorium der Stiftung bei der Betreuung der Aufgaben im sozialen Bereich?

– Das Kuratorium hat die grundlegenden Dokumente zu den Kriterien, die B>Estimmungen der Sozialkommissionen und die Anforderungen für die Berichterstattung, für die Auswahl der Empfänger der Sozialhilfe bestätigt. Der neue Partner bei der Unterstützung der Projektarbeit, das BWI, sollte eigentlich auf dem Seminar im Mai seine Anforderungen an die Berichtsdokumentation und die Regeln für deren Erstellung benennen, wodurch ein Konsens zustande kommen sollte.

Leider wurde dieses Seminar aus dem allen bekannten Grund verschoben – der Corona-Pandemie.

Ich möchte anmerken, dass in einer Reihe von Regionen elektronische Daten der Empfänger der Sozialhilfe vorliegen. Dies erleichtert die Arbeit der Sozialkoordinatoren erheblich und ermöglicht es uns, an der Aufgabe der Reduzierung des Umfangs der Berichterstattung in Papierform zu arbeiten, dieser ist momentan viel zu hoch. Die Digitalisierung, die Beherrschung der Arbeitsfähigkeiten unter den neuen Bedingungen und die Übertragung der Berichte in ein elektronisches Format sind heute die dringenden Aufgaben der Koordinatoren.

Die Quarantäne schränkt auch die Arbeit im sozialen Feld des Programms zur Entwicklung der deutschen Ethnie ein, einschließlich der Lösung der Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern unserer Diaspora, aber, trotz dieser Probleme, bewältigt das Netzwerk der Sozialkoordinatoren seine Aufgaben, schützt die Interessen seiner Empfänger, fördert ihre Sozialisierung und arbeitet an der Herausbildung eines professionellen Selbstbildes. Unsere Hauptaufgabe ist es, zum Wachstum des Netzwerkes der Sozialkoordinatoren beizutragen und ihr professionelles Niveau durch Seminare und Schulungen zu verbessern.

Leider gibt es in unserer Republik immer noch keine Berufsausbildung für die mittlere Bevölkerungsschicht, und tatsächlich hängt besonders viel von der Arbeit der Sozialkoordinatoren ab – gerade sie tragen zur nationalen Einheit, zum Abbau sozialer Spannungen und ethnischer Konflikte bei.

– Was sind Ihre Wünsche an die Kasachstaner in einer so schwierigen, aber dennoch feierlichen Zeit im Vorfeld des Tages des Großen Sieges?

– Im Vorfeld dieses großen Festes möchte ich allen Gesundheit, Erfolg und weitere Erfolge zum Wohl unseres Landes wünschen!

Interview: Olesja Klimenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Поделиться ссылкой:

X