Bereits seit 10 Jahren zieht der musikalisch-literarische Salon „Begeisterung“ im Haus der Freundschaft Pawlodar seine Stammgäste an. Er findet jedes Jahr im März statt und öffnet in Freundschaft seine Türen für alle Interessenten.

Und in diesem Jahr waren die aktivsten Teilnehmer die kreativen Gruppen der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar, die von echten Profis geleitet werden: die Theaterwerkstatt „Faden“ (Jurij Skorobogatow), die Volksgesangsgruppe „Wir“ (Nadezhda Fedkewitsch), die Tanzgruppe „Paradies“ (Nadezhda Fedosowa), die am meisten ehrenvolle und angesehene Gruppe von „Wiedergeburt“, „Nette Frauen“ (Irina Snezhkowa), sowie die Zuhörer der Deutschkurse und die Mitglieder des Seniorenvereins.

Über was könnte man sich an den ersten Frühlingstagen unterhalten? Natürlich über das Leben, die Liebe, den Frühling. Von Jahr zu Jahr bleibt diese wunderbare Tradition unverändert: das gegenseitige Schenken von musikalischen und poetischen Blumen, die sich aus poetischen Werken herausbilden, aus klassischen und schöpferischen, aus musikalischen Blüten, die von professionellen Sängern und Hobbymusikanten des Kollektivs der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar verschenkt werden.

Das Leben. Die Liebe. Das Werk.

Diese Begriffe hängen unzertrennlich zusammen. „Wenn im Herzen Liebe lebt, kann man alles überwinden“, – teilte Marija Minz (Koren), die am Vorabend den ersten Platz in dem internationalen Wettbewerbsfestival „Dream Fest“ gewann, mit den Gästen des Salons.

Über die Liebe sangen die Frauen und Mädchen – Irina Zwonarjowa, Violetta Naklonnaja und Anastasija Minz, zauberhafte Stimmen, die buchstäblich durch den Salon schwebten und tief in die Seele und das Herz vordrangen. Es folgten ihnen die männlichen Stimmen: der saftige, faszinierende Bariton von Iwan Woronin (Die Liebe ist frei wie ein Vogel“) und Hadi Kozhechmet („Erste Liebe“). Gesungen wurde auf Russisch, Italienisch und Deutsch. Elegante Kleider unterstrichen und betonten die romantische Ausrichtung des Abends. Ein lustiges und scherzhaftes Lied wechselte sich zuweilen mit traurigen lyrischen Motiven ab.

Die Männer lasen Gedichte, und zusammen mit ihnen ertöhnten Blok, Asadow, Esenin und Majakowskij. Anna Kitschsewa führte Prosa auf und gab Marina Zwetaewa unsichtbare Präsenz (Monolog der Sonja aus „Erzählungen über Sonja“).

Viele Urheberwerke wurden vorgetragen. Das inspirierende Werk von Freunden und Bekannten teilten Walentina Schimon („Ich will einen Blumenstrauß“, Irina Samarina), und Jekaterina Obidenko („Hach, der Monat März“, Irina Iljina), Irina Zwonarjowa („Wen ich brauche“, Zlatenzija Zolotowaja) und Jaroslaw Grebjonkin („Der Sinn des Lebens steckt in den Kleinigkeiten“), Timofej Gromow („Friedhof der Rosen“), der übrigens die Zuschauer mit seiner ausdrucksstarken Vorstellung verzauberte, und Wiktor Dirksen („Blumen auf der Fensterbank“), Elena Bajbert („Das Gebet der Mutter über Düsseldorf“) und Walerij Woronin („Wir sind nicht geflogen“). Die Theaterwerkstatt „Faden“ zeigte die Kurzgeschichte „Phönix aus Papier“ von Oleg Nauman, einem Schauspieler der Werkstatt.

Die Liebe ist ein großes Gefühl, vielschichtig und allumfassend. Die Liebe zur Mutter, zu einer Frau, zu den Eltern, den Kindern, zu den Verwandten. Die Liebe inspiriert die schönsten Taten. Und deshalb teilten die Teilnehmer dieser frühlingshaften, romantischen literarischen Magie so aufrichtig ihre Emotionen.

 „Wir haben allen Spielraum gegeben. Sie haben die Aufführungen gesehen, verschiedenartig im Stil, im Genre, in den Emotionen. Heute haben wir Gedichte, Lieder, Arien und Balladen gehört, und es freut mich sehr, dass es sehr viele Autorenwerke gab. Ich danke unserer Jugend für den herzlichen, behaglichen Abend, dafür, dass er so aufrichtig im Ausdruck eurer Gefühle war. Ich wünsche mir sehr, dass sich jeder von euch selbst liebt, und dass diese Liebe hilft, diejenigen Menschen zu lieben, die euch nahe sind, die euch jeden Tag umgeben. Und wenn wir lernen, dies zu tun, wird die Welt eine bessere, eine gutherzigere sein. Heute sind unter uns nämlich nicht zufällig sowohl Kinder als auch Menschen in ehrwürdigem Alter. Wir haben scharfe Themen berührt, und bei manchen funkelten Tränen, aber dies, so bin ich mir sicher, waren Tränen einer hellen Traurigkeit. Das bedeutet, es wurden die verborgendsten Ecken der menschlichen Seele berührt. Und das ist angenehm“, – sagte Olga Litnewskaja, stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar, und setzte einen wunderschönen Akzent in die Arbeit des Salons, als sie die Verse ihrer Lieblingspoetin Silvia Kaputikjan „In der Kristallvase“ vorlas.

Ljudmila Bewz

Übersetzung: Philipp Dippl

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