Die Abschlussveranstaltung zur Ausarbeitung des Programms zur Entwicklung der deutschen Ethnie Kasachstans, welche vom 11. bis zum 12. Juni in der Hauptstadt stattfand, umfasste weltweit alle Haupttätigkeitsbereiche der gesellschaftlichen Stiftung „Kasachstanische Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“. Die Veranstaltung wurde von dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, dem Deputierten der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan Albert Rau moderiert. Als Resultat der intensiven Arbeit der Expertengruppen wurde die endgültige Version des Programms zur Entwicklung gebildet, welche in Kürze auf der Seite wiedergeburt.kz veröffentlicht wird.

Am ersten Tag haben die Vertreter der acht Arbeitsgruppen und die Expertin der Akademie für öffentliche Verwaltung unter dem Präsidenten der Republik Kasachstan Aigul Sadwokasowa Vorträge über den aktuellen Stand der Dinge gehalten. Nach einer aktiven Diskussion, bei der wertvolle Anmerkungen gegeben und Vorschläge gehört wurden, hat jede Gruppe einzeln das Programm zur Entwicklung in ihrem Bereich nachbearbeitet und zum Abschluss der Veranstaltung präsentiert. Alle erarbeiteten Strategien werden in naher Zukunft zu einem gemeinsamen Programmdokument zusammengefasst.

Ajgul Sadwokasowa betonte in besonderer Weise das Format und die Relevanz des Ereignisses: „Die Veranstaltung ist besonders wichtig, da sie verschiedene Entwicklungsbereiche der Organisation behandelt und mit Veränderungen und neuen Prozessen, die im Land passieren, zusammenhängt. Wir müssen auf die Uhr schauen und uns weiterbewegen. Ich sehe die Effektivität im Engagement, da das endgültige Ziel die Erarbeitung des Aktionsplans der Organisation ist. Dies wird ein lebendiges Dokument werden. Die Diskussionen wurden nach Interesse und natürlich nach Spezialisierung aufgebaut.

In jeder Einheit arbeiteten Spezialisten in ihrem Bereich. Meiner Meinung nach ist das ein sehr guter Ansatz. Das Dokument wird in gemeinsamen intellektuellen und organisatorischen Anstrengungen geboren, es wird sehr effektiv sein…“

Über die Lebhaftigkeit der Diskussionen kann kein Zweifel bestehen. Alle Reden der benannten Blöcke haben echtes Interesse ausgelöst, da die Themen sich oft überschnitten und die Entwicklungspfade jedes Bereiches eng miteinander verbunden sind.

Der Kulturblock vereinigt unter sich Fragen der ethnischen Identität. Ajgul Kakimbekowna hat in ihrem Referat eine neue Sichtweise aufgezeigt: „Auch wenn man kein Deutsch kann, kann man sich als Deutscher Kasachstans identifizieren. Dies ist der erste Schritt. Der nächste ist es, natürliches Interesse zu seiner Sprache und der Kultur zu erwecken. Wenn wir in eine solche Atmosphäre eintauchen, verbinden wir zwei Komponenten – die staatsbürgerliche und die ethnische Identität. Die erste baut auf die Vollwertigkeit des ethnischen „Ich“ auf, wozu die Sprache, die Kultur und die Traditionen der Ethnie gehört, und sie entwächst in dem Verständnis, dass wir in einem gemeinsamen Land mit denselben Staatsbürgern leben, sie können eine andere Nationalität besitzen, eine andere Sprache sprechen, aber wir sind ein Land und haben eine Heimat, uns vereint Kasachstan. Desweiteren… Wir lernen die Staatssprache, wir verbinden uns, um unser Land aufzubauen und um es stärker zu machen. Dies ist eine dynamische Konstruktion, es ist keine statische, keine eingefrorene Form“.

Ihrerseits betonte die Koordinatorin des Netzwerkes der Begegnungszentren der Stadt Astana und der Oblast Akmolinsk Natalja Berg: „Es ist sehr schwierig, Kindern Informationen über die ethnische Identität darzubringen, es herrscht ein spürbarer Mangel an Spezialisten auf diesem Gebiet.Wir brauchen jetzt eine methodische Erkenntnisse, die auf Veranstaltungen des Netzwerks der Begegnungszentren eingesetzt werden können“.

Im Verlauf der Arbeit wurde eine Vielzahl an Ideen zur Entwicklung der Kultur geäußert. Geplant sind die Umsetzung von Wettbewerbsprojekten wie zum Beispiel: „Die Geschichte meiner Familie in der Geschichte meines Volkes“, „Freiwilligenarbeit unter den Senioren“, oder die Schaffung der Voraussetzungen zur Verwirklichung traditioneller Handwerkskunst und vieles andere. Einen wichtigen Platz in diesem Bereich hat das Theater eingenommen, auf dessen Basis wird ein Filmclub eingerichtet, ebenso ist eine Verstärkung der Schauspielerbesetzung und die Gründung eines deutschen Filmclubs geplant. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Erstellung des Internetportals des Republikanischen Deutschen Dramatischen Theaters geschenkt.

Die Festlegung der Voraussetzungen zur Bewusstwerdung, Formierung, Aktualisierung und Bewahrung der ethnischen Identität im Rahmen allgemeinbürgerlichen Identität und zur Bewahrung des geistigen und kulturell-historischen Erbes der auf dem Gebiet der Republik Kasachstan lebenden deutschen Ethnie, wurde zur Hauptforderung, welche sich wie eine roter Faden durch alle vorgestellten Ideen und Projekte zog.

Anastasija Korolewa

Übersetzung: Philipp Dippl

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