Wenn man die Tanzfertigkeit dieser Person auf der Bühne sieht, kann man sie nicht mehr vergessen. Lernen Sie Olga Braun kennen, die Lehrerin für Rhythmus und Choreografie der Schule Nr. 39 (Stadt Pawlodar).

Ljudmila Bewz

So wie jeder Profi spricht Olga Wladislawowna wenig über sich. Deshalb kam es im Verlauf ihrer Unterrichtsstunde mit den Schülern zum Kennenlernen mit der Persönlichkeit dieses Menschen. Die Art, wie sie auftritt, wie sie mit ihren Schützlingen kommuniziert, lässt den Gedanken aufkommen, dass Olga Braun ein konzentrierter, gutwilliger und selbstsicherer Mensch ist.

Sie wurde in einer Familie von Landvermessungsbeamten geboren. Sie beendete die Schule Nr. 7, anschließend die Nähschule (mit dem Berufsabschluss der Oberbekleidungsschneiderin). Auf die Frage nach den Prioritäten im Leben antwortet sie: „Ich habe das ganze Leben, solange ich mich erinnern kann, getanzt. Als meine Mama die Fähigkeiten ihrer Tochter erkannte, hat sie mich zuerst in eine Ballettschule mit einem wunderbaren Ballettlehrer geschickt, leider blieb nur seine Erscheinung in Erinnerung, an den Nachnamen kann ich mich nicht mehr erinnern. Die zweite Etappe war die Tanzgruppe „Von ganzem Herzen“, welche von Aleksandr Zmeewskoj geleitet wurde“.

Die echte Schule der Tanzkunst durchlief Olga Braun in der bekannten Volkstanzgruppe „Pawlodarotschka“ unter der Leitung von Anatolija Efimowitscha Lobanowych und Nina Andreewna, welche seinerzeit unter dem Volkschor Aleksandr Schiller gegründet wurde. Seitdem ist das gesamte bewusste Leben mit dem Tanzen verbunden. Selbst die verwegenen 90er Jahre hatten auf ihre Priorität keinen Einfluss. Am Tag hat sie Mäntel, Taschen, Arbeitskleidung und Lederjacken genäht, und an den Abenden tanzte sie, um die Schwere der Müdigkeit des Tages abzuschütteln…

„Ich kam zufällig als Lehrerin an die Schule. Ich wurde eingeladen, Rhythmusunterricht zu halten, eine gute Praxis war dafür nötig. Und so bringe ich den Gymnasiasten des Gymnasiums Nr. 39 bereits seit 2002 alle meine praktischen Fähigkeiten bei“, – sagt O. W. Braun. Es ist erfreulich, dass Olga Wladislawowna sich nicht auf dem Erreichten ausruht und an professionellen Kursen und Seminaren teilnimmt, neue Arbeitstechniken sucht und die Seite der modernen choreografischen Kunst nicht beiseite schiebt, obwohl ihre Liebe der Volkstanz ist.

Im Jahr 2018 nahm sie an Kursen zur beruflichen Weiterbildung in Moskau teil und erhielt das Diplom und die Berechtigung zum Unterricht der Choreografie für Kinder im Bildungsbereich. „Das Diplom ist natürlich super, aber in unserer Arbeit spielt die Praxis eine enorme Rolle. Und davon habe ich genug: 20 Jahre Tanz bei Anatolij Lobanow, danach bei Wladimir Fedosow. In der Schule habe ich den Unterricht mit einem Tanzkreis begonnen und mich mit ihm drei Stunden in der Woche beschäftigt, im Laufe der Zeit wuchs dieser und wurde auf drei Altersstufen aufgeteilt, anschließend wurde mir der Rhythmusunterricht anvertraut, – teilte O. W. Braun mit.

Sie fürchtet sich nicht vor Schwierigkeiten. Es entsteht der Eindruck: Je schwieriger und umfangreicher ihr Tätigkeitsfeld ist, desto interessanter sind die Formen ihres Erfolges. Ihr Tanzkollektiv „Rhythmen des Planeten“ zählt zwischen 30 und 50 Teilnehmer. Besondere Auswahlkriterien gibt es nicht. Alle werden aufgenommen, die Tanzen lieben und die dies gut können wollen. Olga Wladislawowna versteht, dass auch Kinder, und ihre Eltern, im Übungsprozess selbst verstehen, ob ihnen diese Beschäftigung gefällt oder nicht, ob sie Fortschritte machen oder nicht, denn Tanzen ist Sport. Die Prinzipien der Arbeit sind einfach: Kinder nicht miteinander vergleichen, das Talent jedes Kindes erkennen oder es entdecken, seine Fähigkeiten in die richtige Richtung lenken.

„Für den einen ist es schwierig, ein anderer ist faul, die standhaftesten bleiben übrig. Das Kollektiv verändert sich jedes Jahr, aber es gibt einen „harten Kern“, das sind acht Kinder, auf die ich mich bei meiner Arbeit stütze“, – bezeugt Olga Braun und beginnt ihre Arbeit mit dem tanzchoreografischen Projekt zur Aufführung von Volksbühnentänzen der Welt, mit den Kindergruppen und den modernen Poptänzen.

Nicht einen einzigen Wettbewerb lehnt die Leiterin von „Rhythmen des Planeten“ ab. Im Genre „Choreografie“ ist die Gruppe ein ständiger Preisträger. In ihrem Portfolio ist der Sieg im landesweiten Wettbewerb „Frieden für die Welt!“, der große Preis des städtischen Kunstfestivals, ein Preis in der Show „ARUZHANSTAR“, im Projekt „Expo der Tänze“ und viele weitere.

Mit Dankbarkeit spricht Olga Braun über die Aktivitäten der Eltern, die den Kindern jedes Jahr Tanzkostüme nähen und sich dann bemühen, sie der Schule zu überlassen, wenn das Kind aus ihnen herausgewachsen ist.

Oksana Chluschewskaja: „Das Leben, welches Olga Wladislawowna in die Gruppe bringt, beeinflusst die Entwicklung und Erziehung unserer Kinder positiv. Es wird eine angenehme Umgebung geschaffen: Die Unterrichtsstunde ist nicht einfach nur Tanzen, sondern Choreografie; der Musik zuhören, der Kontakt mit der Schauspielkunst durch die Verwandlung in verschiedene Gestalten, an all diesem haben viele Kinder und meine Tochter Bozhena, eine Schülerin der Deutschklasse, teil, an der hohen Kunst, an der Kultur; es hilft den Kindern, sich von Komplexen und Unwohlsein in der Kommunikation mit Altersgenossen in ihrer Umwelt zu lösen“.

Mit großer Freude arbeitet O. Braun mit den deutschen Klassen der Schule 39. Im Repertoire des Kollektivs sind genügend deutsche Volkstänze.

„Wahrscheinlich bin ich eine strenge Pädagogin: Ständig gefällt mir irgend etwas nicht, aber die Kinder gehen raus auf die Bühne, und wir hören nur positive Kritiken“, – teilt Olga mit.

Als ich mir eine Probe anschaute, wurde ihr klar, dass sich dieses Kollektiv für die Schule auf ein ziemlich hohem Niveau befindet. Aber die Leiterin erlaubt sich selbst keine Auszeit: „In unserer finden alle zwei Wochen irgendwelche Veranstaltungen statt: Feiertage, Flashmobs, Einweihungen, Konzerte, öffentliche Schulstunden – die physische Belastung ist kolossal, aber sie trägt immer Früchte“.

Über das Schülerkollektiv , welches von O. Braun geleitet wird, freut man sich überall: sowohl im regionalen Fernsehen, als auch im „Zentrum zur Entwicklung von Jugendinitiativen“, sowie auf Festivals auf verschiedenen Ebenen. Aber es ist sehr wichtig, dass die Kinder dem Kollektiv und ihrer Leiterin sagen: „Tanzen ist modern! Tanzen ist gesund!“ (Adel Murakaj, Schülerin).

Ubersetzung: Philipp Dippl

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